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In einer bekannten Bäckereikette sind rund 500 Menschen beschäftigt

03/11/2026
in Nachricht
Reading Time: 11 mins read
In einer bekannten Bäckereikette sind rund 500 Menschen beschäftigt

Traditionsreiche Bäckereikette in der Krise: 59 Filialen und rund 500 Arbeitsplätze stehen vor einer ungewissen Zukunft

Wirtschaftliche Schwierigkeiten sorgen für Unsicherheit bei Kunden und Beschäftigten

Eine bekannte deutsche Bäckereikette steht vor einer entscheidenden Phase ihrer Unternehmensgeschichte. Nach mehreren Jahren, in denen steigende Ausgaben und schwierige Marktbedingungen den Betrieb zunehmend belastet haben, soll nun ein gerichtliches Sanierungsverfahren dabei helfen, das Unternehmen wirtschaftlich wieder auf eine stabile Grundlage zu stellen. Insgesamt sind 59 Verkaufsstandorte und rund 480 bis 500 Beschäftigte von der Entwicklung betroffen.

Besonders viele Menschen dürften die Nachricht aufmerksam verfolgen, weil sich zahlreiche Filialen direkt in oder unmittelbar neben bekannten Supermärkten wie REWE und EDEKA befinden. Für viele Kunden gehören diese Bäckereien zum gewohnten Alltag. Sie kaufen dort morgens frische Brötchen, nehmen auf dem Weg nach Hause ein Brot mit oder gönnen sich während des Einkaufs ein süßes Gebäckstück.

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Die aktuellen Entwicklungen werfen deshalb wichtige Fragen auf: Bleiben die Verkaufsstellen geöffnet? Müssen Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze bangen? Und welche Veränderungen könnten sich für die Kunden in den kommenden Monaten ergeben?

Zunächst gibt es eine vorsichtig positive Nachricht. Nach den bislang veröffentlichten Informationen soll der Geschäftsbetrieb vorerst weiterlaufen. Sowohl die Filialen als auch die Produktion bleiben zunächst bestehen. Eine sofortige Schließung sämtlicher Standorte ist mit dem eingeleiteten Verfahren nicht verbunden.

 

Allerdings ist damit noch nicht entschieden, wie die Zukunft des Unternehmens langfristig aussehen wird. Erst die Ergebnisse der Sanierung werden zeigen, welche Maßnahmen notwendig sind, um den Betrieb dauerhaft wirtschaftlich tragfähig zu machen.

Die Bäckerei Moos steht vor einer wichtigen Neuordnung

Bei dem betroffenen Unternehmen handelt es sich um die Bäckerei Moos aus Aßlar im hessischen Lahn-Dill-Kreis. Der Betrieb wurde im Jahr 1986 vom Bäckermeister Hartmut Moos gegründet und entwickelte sich über mehrere Jahrzehnte von einem regionalen Familienunternehmen zu einer bekannten Bäckereikette.

Vor allem in Mittelhessen und im Rhein-Main-Gebiet sind die Verkaufsstellen vielen Menschen vertraut. Das Unternehmen versorgt seine Kunden mit unterschiedlichen Backwaren und ist darüber hinaus auch für weitere Geschäftspartner tätig.

Die Entwicklung von einem kleineren Familienbetrieb zu einem Unternehmen mit zahlreichen Verkaufsstellen erforderte eine umfangreiche Organisation. Neben der Herstellung von Brot und Brötchen müssen die Beschäftigten auch die Versorgung der Filialen, die Lagerhaltung, den Einkauf der Rohstoffe und die täglichen Verkaufsabläufe koordinieren.

Seit 2018 gehört die Bäckerei zum Portfolio der Beteiligungsgesellschaft Hannover Finanz. Im April 2026 zog sich Firmengründer Hartmut Moos aus der Geschäftsführung zurück. Einige Monate später wurde öffentlich bekannt, dass das Unternehmen seine wirtschaftliche Struktur grundlegend überarbeiten möchte.

Ende Oktober 2026 bestätigte das zuständige Amtsgericht Wetzlar die Anordnung einer vorläufigen Eigenverwaltung. Zuvor hatte die Geschäftsführung ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beantragt.

Damit begann für die Bäckereikette eine entscheidende Phase. Ziel ist es, wirtschaftliche Probleme frühzeitig anzugehen, bestehende Belastungen zu analysieren und einen tragfähigen Plan für die kommenden Jahre zu entwickeln.

Für ein Unternehmen mit mehreren Dutzend Standorten und Hunderten Beschäftigten ist eine solche Neuordnung eine komplexe Aufgabe. Es müssen zahlreiche Kostenfaktoren berücksichtigt werden, während gleichzeitig der laufende Geschäftsbetrieb möglichst reibungslos weitergehen soll.

Was bedeutet das Sanierungsverfahren für das Unternehmen?

Wenn ein Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass es sofort schließen muss. Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein gerichtliches Sanierungsverfahren dazu beitragen, eine drohende Zahlungsunfähigkeit abzuwenden und den Betrieb neu auszurichten.

Bei der Eigenverwaltung bleibt die bisherige Geschäftsführung grundsätzlich handlungsfähig. Sie kann weiterhin Entscheidungen für das Unternehmen treffen und gemeinsam mit spezialisierten Beratern an einer Sanierung arbeiten. Gleichzeitig wird das Verfahren gerichtlich begleitet und überwacht.

Ein vorläufiger Sachwalter kontrolliert dabei die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben und achtet darauf, dass die Interessen der Beteiligten berücksichtigt werden.

Für die Bäckerei Moos bedeutet das, dass die Verantwortlichen nun untersuchen müssen, welche Veränderungen erforderlich sind, damit Einnahmen und Ausgaben langfristig wieder in ein gesundes Verhältnis kommen.

Nach den veröffentlichten Angaben war das Unternehmen zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht zahlungsunfähig. Das Verfahren soll vielmehr helfen, eine drohende Zahlungsunfähigkeit zu verhindern und die wirtschaftliche Stabilität wiederherzustellen.

Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass die Sanierung eine Möglichkeit zur Fortführung des Unternehmens schaffen soll, anstatt unmittelbar eine vollständige Geschäftsaufgabe einzuleiten.

Zu den wichtigen Aufgaben in den kommenden Monaten gehören voraussichtlich:

  • die genaue Überprüfung der laufenden Betriebskosten;
  • die Analyse der Einnahmen und Ausgaben an den einzelnen Standorten;
  • die Bewertung bestehender Verträge und finanzieller Verpflichtungen;
  • die Entwicklung eines tragfähigen wirtschaftlichen Konzepts;
  • die Prüfung, wie viele Filialen und Arbeitsplätze langfristig gesichert werden können.

Welche konkreten Maßnahmen letztlich umgesetzt werden, steht bislang nicht fest.

Warum die Filialen in REWE- und EDEKA-Märkten besonders wichtig sind

Ein wesentlicher Teil der öffentlichen Aufmerksamkeit richtet sich auf die 59 Verkaufsstellen der Bäckerei. Viele davon befinden sich in Supermärkten oder in deren unmittelbarer Umgebung.

Diese Standorte sind für das Unternehmen besonders interessant, weil sie von der täglichen Kundenfrequenz der Lebensmittelmärkte profitieren können. Menschen, die ohnehin Lebensmittel einkaufen, verbinden ihren Besuch häufig mit dem Kauf frischer Backwaren.

Für viele Kunden ist das praktisch. Sie können ihren Einkauf erledigen und gleichzeitig Brot, Brötchen oder Kuchen mitnehmen, ohne einen zusätzlichen Weg zurücklegen zu müssen.

Auch für die Bäckerei können solche Standorte Vorteile bieten. Sie ermöglichen den Kontakt zu einer großen Zahl potenzieller Käufer und können dazu beitragen, die eigenen Produkte im Alltag der Menschen zu etablieren.

Allerdings bringt der Betrieb innerhalb oder neben einem Supermarkt nicht automatisch wirtschaftlichen Erfolg. Auch dort müssen Mieten, Personal, Warenversorgung und andere laufende Kosten gedeckt werden.

Wichtig ist außerdem eine klare Unterscheidung: Das Sanierungsverfahren betrifft die Bäckerei Moos und nicht die Supermarktketten REWE oder EDEKA selbst.

Dass sich eine Bäckereifiliale in einem Lebensmittelmarkt befindet, bedeutet nicht, dass der jeweilige Supermarkt ebenfalls wirtschaftliche Schwierigkeiten hat. Beide Unternehmen sind voneinander zu unterscheiden.

Sollte es im Laufe der Sanierung zu Veränderungen bei einzelnen Verkaufsstellen kommen, könnten diese dennoch Auswirkungen auf die gewohnten Einkaufsmöglichkeiten der Kunden haben. Ob einzelne Standorte verändert, verlegt oder geschlossen werden müssen, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht zuverlässig sagen.

Nicht nur die Filialen: Auch die Produktion ist betroffen

Die Bäckerei Moos verkauft ihre Erzeugnisse nicht ausschließlich über ihre eigenen Verkaufsstellen. Das Unternehmen stellt außerdem Backwaren für den Lebensmitteleinzelhandel her und beliefert verschiedene Einrichtungen.

Damit ist der Betrieb Teil eines größeren wirtschaftlichen Netzwerks.

Neben den eigenen Beschäftigten sind auch Lieferanten, Geschäftspartner und Abnehmer auf eine möglichst zuverlässige Zusammenarbeit angewiesen. Eine Veränderung der Produktionsmengen oder der Lieferstruktur könnte deshalb über die unmittelbaren Verkaufsstellen hinaus Auswirkungen haben.

Die Produktion muss täglich organisiert werden. Zutaten müssen rechtzeitig verfügbar sein, die Backöfen müssen laufen, und die fertigen Waren müssen zu den richtigen Zeiten an die jeweiligen Verkaufsstellen gelangen.

Wenn ein Unternehmen seine Kosten senken muss, kann es daher nicht einfach nur auf einzelne Rechnungen schauen. Vielmehr müssen zahlreiche Abläufe aufeinander abgestimmt werden.

Eine erfolgreiche Sanierung wird deshalb auch davon abhängen, ob es gelingt, die Produktion effizienter zu gestalten, unnötige Ausgaben zu reduzieren und gleichzeitig die Qualität der angebotenen Backwaren zu erhalten.

Steigende Energiepreise belasten traditionelle Bäckereien

Ein wesentlicher Grund für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten liegt in den gestiegenen Produktionskosten.

Bäckereien benötigen große Mengen Energie, um ihre Öfen und technischen Anlagen täglich zu betreiben. Gerade bei einer Produktion, die über viele Stunden hinweg aufrechterhalten werden muss, können höhere Energiepreise erhebliche Auswirkungen auf die Gesamtkosten haben.

Hinzu kommen teurere Rohstoffe. Mehl, weitere Zutaten und Verpackungsmaterialien können die Kalkulation eines Betriebs zusätzlich belasten. Auch Dienstleistungen, Transport und andere betriebliche Ausgaben spielen eine wichtige Rolle.

Für einen größeren Betrieb mit mehreren Standorten summieren sich selbst vergleichsweise kleine Preissteigerungen schnell zu erheblichen Mehrkosten.

Das Problem besteht darin, dass Unternehmen ihre zusätzlichen Ausgaben nicht unbegrenzt an die Kunden weitergeben können.

Wenn Brot, Brötchen oder Kuchen deutlich teurer werden, vergleichen viele Verbraucher die Preise verschiedener Anbieter. Einige kaufen seltener beim traditionellen Bäcker ein oder greifen auf günstigere Alternativen zurück.

So entsteht ein schwieriger wirtschaftlicher Kreislauf: Die Kosten steigen, während die Möglichkeiten zur Erhöhung der Verkaufspreise begrenzt bleiben.

Eine Bäckerei muss ihre Einnahmen so gestalten, dass sie sämtliche laufenden Verpflichtungen erfüllen kann, ohne ihre Produkte für einen großen Teil der Kundschaft unerschwinglich zu machen.

Genau diese Balance wird für viele traditionelle Betriebe immer schwieriger.

Discounter und Supermärkte erhöhen den Konkurrenzdruck

Neben den höheren Produktionskosten verändert sich auch das Einkaufsverhalten der Verbraucher.

Supermärkte und Discounter bieten inzwischen ein umfangreiches Sortiment an Backwaren an. Dazu gehören frische Brötchen, verschiedene Brotsorten und süße Gebäckstücke, die häufig zu vergleichsweise niedrigen Preisen erhältlich sind.

Für Kunden ist das attraktiv, weil sie viele Produkte an einem Ort kaufen können. Sie müssen nicht zusätzlich eine Bäckerei aufsuchen, wenn sie ihre täglichen Lebensmittel ohnehin im Supermarkt besorgen.

Traditionelle Bäckereien stehen deshalb vor der Aufgabe, sich von diesem Angebot abzuheben.

Sie können beispielsweise durch besondere Rezepturen, handwerkliche Herstellung, regionale Produkte, eine gute Beratung oder ein vielfältiges Sortiment überzeugen. Solche Merkmale können Kunden an einen Betrieb binden.

Gleichzeitig müssen sie darauf achten, dass ihre Preise und ihre Kostenstruktur wirtschaftlich tragfähig bleiben.

Für größere Bäckereiketten ist die Herausforderung besonders komplex. Sie müssen nicht nur einen einzelnen Laden rentabel führen, sondern die Wirtschaftlichkeit vieler Standorte gleichzeitig im Blick behalten.

Ein Standort mit hohen Mietkosten und zu wenigen Kunden kann die Gesamtbilanz belasten. Eine Filiale mit guten Umsätzen kann dagegen dazu beitragen, andere betriebliche Ausgaben auszugleichen.

Deshalb dürfte die genaue Prüfung der einzelnen Verkaufsstellen ein wichtiger Bestandteil der anstehenden Sanierung sein.

Was bedeutet die Situation für die rund 500 Beschäftigten?

Neben der Zukunft des Unternehmens stehen vor allem die Mitarbeiter im Mittelpunkt. Insgesamt sind nach den veröffentlichten Angaben etwa 480 bis 500 Menschen von der wirtschaftlichen Neuordnung betroffen.

Sie arbeiten in unterschiedlichen Bereichen, beispielsweise in der Produktion, im Verkauf, in der Verwaltung oder bei der Versorgung der Filialen.

Für viele Beschäftigte bedeutet der Arbeitsplatz nicht nur ein regelmäßiges Einkommen. Er ist auch mit langjährigen beruflichen Erfahrungen, festen Arbeitsabläufen und persönlichen Beziehungen zu Kollegen und Kunden verbunden.

Entsprechend groß dürfte das Interesse daran sein, wie es nach dem Sanierungsverfahren weitergeht.

Nach den bisher bekannten Informationen sollen die Löhne und Gehälter für Oktober, November und Dezember 2026 über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert werden. Danach ist vorgesehen, die Gehaltszahlungen wieder aus dem laufenden Geschäftsbetrieb zu finanzieren.

Das Insolvenzgeld dient unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen dazu, ausstehende Arbeitsentgeltansprüche für einen begrenzten Zeitraum abzusichern. Die konkrete Anspruchsberechtigung richtet sich nach den jeweiligen rechtlichen Bedingungen.

Für die Beschäftigten ist diese Regelung ein wichtiger Aspekt der aktuellen Situation. Sie bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sämtliche Arbeitsplätze langfristig gesichert sind.

Ob im weiteren Verlauf Veränderungen bei der Mitarbeiterzahl notwendig werden, ist derzeit offen.

Bislang wurden keine konkreten Stellenstreichungen oder umfassenden Filialschließungen angekündigt. Die Verantwortlichen müssen zunächst prüfen, welche Maßnahmen erforderlich sind, um das Unternehmen wirtschaftlich zu stabilisieren.

Müssen Kunden jetzt mit geschlossenen Bäckereien rechnen?

Für Verbraucher, die regelmäßig bei der Bäckerei Moos einkaufen, ist die derzeitige Entwicklung ebenfalls von Bedeutung.

Die gute Nachricht lautet zunächst, dass die Verkaufsstellen nach den bislang vorliegenden Informationen weiter geöffnet bleiben sollen. Auch die Herstellung der Backwaren wird fortgesetzt.

Wer seine Brötchen gewöhnlich auf dem Weg zur Arbeit kauft oder am Wochenende Brot und Kuchen mitnimmt, kann den gewohnten Einkauf daher vorerst fortsetzen.

Allerdings ist zwischen der aktuellen Situation und der langfristigen Zukunft des Unternehmens zu unterscheiden.

Die Tatsache, dass eine Filiale heute geöffnet ist, garantiert nicht automatisch, dass sie auch nach Abschluss des Sanierungsverfahrens unverändert weiterbetrieben wird. Erst die wirtschaftliche Prüfung wird zeigen, ob sämtliche Standorte dauerhaft erhalten werden können.

Auch die Frage, wie künftig mit bestehenden Gutscheinen oder Kundenkarten umgegangen wird, wurde bislang nicht abschließend öffentlich erläutert.

Wer noch Guthaben besitzt oder Gutscheine verwenden möchte, sollte deshalb die aktuellen Mitteilungen des Unternehmens beachten und sich bei Bedarf direkt über die geltenden Bedingungen informieren.

Kunden sollten allerdings nicht allein aufgrund der Sanierungsnachricht davon ausgehen, dass alle Filialen unmittelbar schließen werden. Dafür gibt es nach den bisher veröffentlichten Informationen keinen bestätigten Hinweis.

Wer begleitet die Sanierung?

Das Verfahren wird vom zuständigen Amtsgericht Wetzlar begleitet.

Als vorläufiger Sachwalter wurde der Frankfurter Rechtsanwalt Jan Roth genannt. Darüber hinaus erhält die Bäckerei Unterstützung durch den Sanierungsgeschäftsführer Stefan Hofherr von der Kanzlei Wellensiek.

Diese Fachleute sollen dabei helfen, die wirtschaftliche Situation zu beurteilen und die rechtlichen Rahmenbedingungen des Verfahrens einzuhalten.

Die Sanierung eines Unternehmens dieser Größe erfordert eine sorgfältige Abstimmung zwischen verschiedenen Beteiligten. Neben der Geschäftsführung müssen auch die Interessen der Beschäftigten, der Gläubiger und der Geschäftspartner berücksichtigt werden.

Nach dem bislang veröffentlichten Zeitplan könnte das reguläre Verfahren im Januar 2027 eröffnet werden.

Bis dahin sollen die wirtschaftlichen Möglichkeiten untersucht und Maßnahmen vorbereitet werden, mit denen der Betrieb dauerhaft stabilisiert werden kann.

Entscheidend wird sein, ob ein überzeugendes Konzept entwickelt werden kann, das die Kostenstruktur verbessert und gleichzeitig ausreichende Einnahmen ermöglicht.

Die Krise der Bäckerei Moos steht für einen größeren Wandel

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Unternehmens sind Teil einer Entwicklung, die das deutsche Bäckerhandwerk bereits seit Jahren beschäftigt.

Die Zahl traditioneller Bäckereibetriebe ist deutlich zurückgegangen. Nach den im Ausgangsbericht genannten Branchenzahlen gab es im Jahr 2025 noch 8.659 Bäckereihandwerksbetriebe in Deutschland. Zehn Jahre zuvor waren es 12.155.

Diese Zahlen verdeutlichen, wie stark sich die Struktur des Marktes verändert hat.

Höhere Kosten, zunehmender Wettbewerb und veränderte Konsumgewohnheiten stellen viele Betriebe vor große Herausforderungen. Besonders kleinere Unternehmen müssen häufig mit begrenzten finanziellen Reserven arbeiten und können steigende Ausgaben nur schwer auffangen.

Gleichzeitig haben sich die Erwartungen der Verbraucher verändert. Viele Menschen möchten eine große Auswahl an Backwaren erhalten, achten aber stärker auf den Preis.

Für traditionelle Bäckereien entsteht dadurch ein Spannungsfeld zwischen handwerklicher Qualität und wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit.

Auch die Preise für Brot und andere Backwaren haben sich in den vergangenen Jahren verändert. Wenn gleichzeitig die allgemeinen Lebenshaltungskosten steigen, müssen Haushalte stärker darauf achten, wofür sie ihr Geld ausgeben.

Das kann dazu führen, dass Verbraucher bestimmte Produkte seltener kaufen oder günstigere Alternativen bevorzugen.

Für Unternehmen mit hohen laufenden Kosten ist diese Entwicklung besonders schwierig. Sie können ihre Preise nicht beliebig erhöhen, ohne möglicherweise Kunden zu verlieren.

Die Lage der Bäckerei Moos zeigt deshalb, dass selbst etablierte Betriebe mit einer langen Geschichte vor grundlegenden wirtschaftlichen Entscheidungen stehen können.

Welche Zukunft hat die traditionsreiche Bäckereikette?

In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob die Bäckerei Moos ihre wirtschaftlichen Probleme überwinden kann.

Die Verantwortlichen müssen ein Konzept entwickeln, das den Betrieb langfristig stabilisiert. Dazu gehört, die Einnahmen und Ausgaben genau zu prüfen, die Abläufe effizienter zu organisieren und die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Standorte zu bewerten.

Gleichzeitig soll möglichst viel von der bisherigen Unternehmensstruktur erhalten bleiben. Für die Beschäftigten wäre es wichtig, dass möglichst viele Arbeitsplätze bestehen bleiben. Für die Kunden wäre es erfreulich, wenn sie ihre vertrauten Verkaufsstellen weiterhin nutzen könnten.

Ob alle 59 Standorte dauerhaft erhalten werden, ist jedoch noch nicht entschieden.

Es wäre deshalb verfrüht, bereits jetzt von einer flächendeckenden Schließung auszugehen. Ebenso wenig lässt sich garantieren, dass es keinerlei Veränderungen geben wird.

Die Sanierung soll zunächst die Grundlage schaffen, auf der solche Entscheidungen getroffen werden können.

Für Kunden und Mitarbeiter bleibt die Situation daher von vorsichtiger Hoffnung und berechtigter Unsicherheit geprägt.

Fazit: Die kommenden Monate werden entscheidend

Die Bäckerei Moos aus Aßlar steht vor einer wichtigen wirtschaftlichen Neuordnung. Das gerichtliche Sanierungsverfahren soll helfen, den Betrieb zu stabilisieren und eine drohende Zahlungsunfähigkeit abzuwenden.

Betroffen sind 59 Standorte und rund 480 bis 500 Beschäftigte. Besonders viele Kunden verfolgen die Entwicklung, weil sich zahlreiche Verkaufsstellen in der Nähe bekannter Supermärkte wie REWE und EDEKA befinden.

Vorerst sollen die Filialen geöffnet bleiben und die Produktion weiterlaufen. Auch für die Mitarbeiter gibt es eine zeitlich begrenzte Absicherung der Gehaltszahlungen über das Insolvenzgeld.

Dennoch bleiben wichtige Fragen offen. Die steigenden Energie- und Rohstoffpreise, die höheren Betriebskosten und der starke Wettbewerb setzen das Unternehmen unter Druck.

Die Verantwortlichen müssen deshalb in den kommenden Monaten zeigen, ob sich ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept umsetzen lässt.

Für die Kunden bedeutet die aktuelle Situation zunächst, dass sie ihre gewohnten Backwaren weiterhin kaufen können. Für die Beschäftigten geht es dagegen um die langfristige Sicherheit ihrer Arbeitsplätze.

Erst die Ergebnisse der Sanierung werden zeigen, ob die traditionsreiche Bäckereikette ihre bisherige Struktur bewahren kann oder ob Veränderungen bei einzelnen Standorten notwendig werden.

Die kommenden Monate könnten damit zu einem entscheidenden Kapitel in der Geschichte des Unternehmens werden. Sie werden zeigen, ob es der Bäckerei Moos gelingt, sich an die schwierigen Marktbedingungen anzupassen und auch künftig ein fester Bestandteil des regionalen Einkaufsalltags zu bleiben.

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